
Warum der Wartebereich in der Infektsaison so wichtig ist
Im Wartezimmer verbringen Patientinnen und Patienten oft längere Zeit auf engem Raum. Gerade in der Erkältungs- und Grippesaison sitzen dort Menschen mit akuten Atemwegsinfekten neben Patienten, für die eine Ansteckung besonders belastend wäre: Schwangere, ältere Menschen, chronisch Kranke oder Eltern mit Säuglingen.
Eine durchdachte Planung des Wartebereichs schützt nicht nur Patienten, sondern auch das Praxisteam. Und sie entlastet den Empfang, weil Abläufe klarer werden.
Wege trennen
Der wirksamste Schritt ist eine räumliche Trennung. Patienten mit Infektsymptomen sollten möglichst wenig Kontakt zu anderen Wartenden haben.
- Separater Wartebereich: Ein eigener Raum oder klar abgegrenzter Bereich für Infektpatienten, idealerweise in Eingangsnähe.
- Kurze Wege: Ein Behandlungsraum direkt neben dem Infektwartebereich verhindert, dass Patienten durch die ganze Praxis laufen.
- Klare Beschilderung: Gut sichtbare Hinweise am Eingang und an der Anmeldung zeigen, wohin Patienten mit Symptomen gehen sollen.
- Getrennte Eingänge: Wo es die Räume erlauben, kann ein zweiter Zugang für Infektsprechstunden sinnvoll sein.
Wartezeiten steuern
Je kürzer Patienten gemeinsam warten, desto geringer ist das Risiko. Die Organisation spielt dabei eine genauso große Rolle wie die Räume.
- Infektsprechstunde: Feste Zeitfenster, etwa am Ende des Vormittags, bündeln Infektpatienten zeitlich.
- Online-Terminvergabe: Patienten kommen zu ihrem Termin, statt lange im Wartezimmer zu sitzen.
- Digitaler Aufruf: Aufrufsysteme per Display oder SMS erlauben es Patienten, draußen oder im Auto zu warten.
- Telefonische Ersteinschätzung: Eine kurze Abfrage bei der Terminvergabe hilft, Patienten von Anfang an richtig zu steuern.
Ansteckung vermeiden
Auch die Ausstattung des Wartebereichs trägt zur Hygiene bei.
- Lüftung: Regelmäßiges Stoßlüften oder eine geeignete Lüftungsanlage sorgt für Luftaustausch.
- Abstand: Eine lockere Stuhlanordnung mit ausreichend Platz zwischen den Sitzplätzen.
- Pflegeleichte Materialien: Abwischbare Stühle und Oberflächen lassen sich schnell und gründlich reinigen.
- Hygienestation: Desinfektionsspender und Masken am Eingang, gut sichtbar und leicht erreichbar.
- Weniger Kontaktflächen: Zeitschriften und Spielzeug in der Infektsaison reduzieren oder durch abwischbare Alternativen ersetzen.
Auch im Bestand möglich
Nicht jede Praxis hat Platz für ein zweites Wartezimmer. Oft lassen sich aber mit wenig Aufwand Verbesserungen erreichen:
- mobile Raumteiler oder Glaselemente, die einen Teil des Wartezimmers abtrennen,
- ein Nebenraum, der in der Infektsaison als zusätzlicher Wartebereich dient,
- eine geänderte Stuhlanordnung mit getrennten Zonen,
- Anpassungen im Terminmanagement, die ganz ohne Umbau auskommen.
Für Ihr Praxisprojekt: früh mitdenken
Wer eine neue Praxis plant oder umbaut, sollte die Infektsaison von Anfang an berücksichtigen. Lage und Größe der Wartebereiche, die Anbindung an Behandlungsräume und die Wegeführung lassen sich in der Entwurfsphase am einfachsten festlegen. Das gilt besonders für Haus- und Kinderarztpraxen.
Com²Med plant Wartebereiche nicht isoliert, sondern als Teil des gesamten Praxiskonzepts. Raumaufteilung, Arbeitsabläufe, Einrichtung und Medizintechnik werden dabei aufeinander abgestimmt. So entstehen Lösungen, die im Alltag funktionieren, in der Infektsaison genauso wie im Rest des Jahres.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Orientierung. Maßgeblich für Hygienemaßnahmen sind der Hygieneplan Ihrer Praxis und die geltenden Empfehlungen, etwa des Robert Koch-Instituts.
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